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Es handelt sich um die Postanschrift von Schloss Schönbrunn, früher offizieller Wohnsitz des Kaisers, heute Unesco-Weltkulturerbe und das Märchenschloss der Alpenrepublik, besucht von drei Millionen Neugierigen im Jahr. Hinter der Adresse verbirgt sich seit einiger Zeit ein weiteres Kleinod: die „Schloss Schönbrunn Suite“, eines der nobelsten Domizile in Wien, bestehend aus Salon, Wohnzimmer, zwei Schlafräumen, einer Küche und zwei Bädern, eingerichtet mit Himmelbetten und Stilmöbeln, dekoriert mit allerlei Stuck und roten Tapeten, Kennern als Ananasdamast ein Begriff. Für Verehrer der österreichischen Kaiserin Elisabeth, allgemein als Sisi bekannt, gibt es kaum eine bessere Möglichkeit, ihrem Idol nahe zu sein – denn wer möchte, kann die Suite wie ein ganz normales Hotelzimmer mieten.

Die dortigen Gemächer lassen sich immerhin besichtigen – in Sisis ehemaligem Salon oder im früheren gemeinsamen Schlafzimmer zu wohnen, ist freilich nicht erlaubt. Weshalb es zum Beispiel keinen Lift gibt; Gäste müssen sich zu Fuß über die steinernen Schlosstreppen in ihr Domizil begeben. Adelige Vorbewohner haben die Räumlichkeiten gleichwohl: Hier residierte zu Kaiserzeiten Erzherzogin Elisabeth Marie, Tochter von Kronprinz Rudolf und damit eine Enkelin von Sisi.

Da dürfte selbst Sisi posthum vor Neid erblassen, führten die Fenster ihres Schlafgemaches im Westtrakt doch bloß zum bescheidenen Hietzinger Kammergarten hinaus. Im Wohnzimmer, mit zwei Chesterfield-Sofas, Maria-Theresia-Lüster und Habsburger-Porträts ausgestattet, lädt ein Flachbildfernseher mit Kanälen von Orient bis Okzident zum vorübergehenden Abschweifen ein, sollte das Schlosspark-Panorama doch einmal unerwartet langweilig erscheinen.

Je nach gebuchtem Package kommen eigens für die Gäste ein Kellner und ein Koch in die Suite, um in der Küche Speisen nach individuellen Wünschen zuzubereiten. In den Räumen des dortigen Museums, das Kaiserin Elisabeth gewidmet ist, geht es nicht allzu hochherrschaftlich zu: Tagtäglich laufen Frauen und Männer in Turnschuhen und Jeans, in Saris und Hawaii-Hemden, mit Ralph-Lauren-Pullovern und Burkas durch die Privaträume Ihrer verblichenen Hoheit, lachend, quatschend, (heimlich) knipsend. Die Ausstellung zeigt Details aus dem Leben der Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn: von Spielkarten über silberne Bürsten für die täglich zweistündige Pflege des fast bodenlangen Haars bis hin zu einer Kopie des schwarzen Spitzenkleides, in dem sie nach ihrer Ermordung in Genf am 10. September 1898 beerdigt worden ist. Man nimmt Sisi wahr als eine Frau, die zuweilen einsam und vom Schicksal gezeichnet war, doch nie aufgegeben hat.

Beim Volk war die in Wien durch Abwesenheit glänzende Monarchin viel unbeliebter als ihr Gatte, „der gute alte Kaiser“. Dem Mythos um ihre Person, befeuert durch die verklärenden Romy-Schneider-Filme aus den 50er-Jahren, tut dies jedoch keinen Abbruch.

Und auch der Souvenirshop mit Biografien in Sprachen von Chinesisch bis Walisisch, mit Brillendosen, Sisi-Magneten und den berühmten Diamantstern-Haarnadeln lockt mindestens so viele Verehrer, wie das kaiserliche Silberservice Tassen und Teller zählte. Zu den Katzenzungen im Café hätte sie also nicht Nein gesagt, ebenso wenig zu den nach ihr benannten Zuckerveilchen, verpackt in Schachteln mit Sisi-Porträt. Sisi-Fans wissen es: Die Kaiserin war wie ihr Vater, Herzog Maximilian in Bayern, vom Pferdesport begeistert. Das Programm, das heute dort zu sehen ist, begeistert mit aufwendigen Choreografien, etwa dem Ballett der Weißen Lipizzanerhengste.

Die „Schloss Schönbrunn Suite“ wurde originalgetreu gestaltet
Die „Schloss Schönbrunn Suite“ wurde originalgetreu gestaltet
Das Museum zeigt Sisis höfischen Alltag, der ihr nach einer nur kurzen Phase des Glücks zuwider wurde
Das Museum zeigt Sisis höfischen Alltag, der ihr nach einer nur kurzen Phase des Glücks zuwider wurde

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